Wenn Songs das Leben weiter prägen – 2017 bis 2019

Wenn Songs das Leben weiter prägen – 2017 bis 2019

Schon lang genug habe ich mein Versprechen nicht eingelöst und es ist an der Zeit es endlich einzulösen. Seit dem 27. August 2017 folgte nichts auf Wenn Songs ein ganzes Leben prägen – Teil 2 und um ehrlich zu sein, hatte ich bis dato keinerlei Motivation etwas dazu zu schreiben. Es ist auch einfacher über die Vergangenheit als über die Gegenwart zu schreiben, aber auch wenn 2017 schon längst vorbei ist, hatte ich nicht das Gefühl meine Geschichte aus dem Jahr 2017 zu vollenden.

Es quälte mich eine Blockade (was schon ironisch ist, wenn es den Autor des gleichnamigen Zweiteilers immer noch trifft) und vor allem ein eigener Umbruch im Schreibstil lässt mich in der Wüste irren. Nichts desto trotz habe ich endlich Zeit und Nerven erübrigen können um endlich 2017 und die weiteren Jahre zu komplettieren. Außerdem wird alles ein wenig ausführlicher als sonst. Ihr seid gewarnt!

2017 (ab Mai) – Ein Hoch kommt selten allein…

Es plagte mich nicht nur die Einsamkeit, sondern auch der finanzielle Aspekt des Lebens: Der Unterhalt. Immer noch in der Selbstfindung schleppte ich mich mit seit Juli 2016 als Gruppenleiter eines Projektes für Jugendliche durch und arbeitete ungefähr drei Monate in einer Promotionagentur als Telefonist (so kann man es wohl am besten beschreiben). Die Agentur war Anfangs ein ganz gutes Ding, welches ich auch gut geschaukelt habe. Ich ging gerne zur Arbeit, aber irgendwann merkte ich, dass das nicht das Richtige war – Ich meckere hier über einen Minijob – ihr merkt, dass ich wirklich verzweifelt war. Ich versuchte auch mein Glück in der Liebe erneut zu starten und in der Agentur gab es auch eine Frau, mit der ich mich gut verstanden hatte.

Ich lud sie zweimal ein mit meinen Freunden zu grillen um das Eis endgültig zu brechen, aber dazu kam es nie. Es kam immer etwas dazwischen und ich hab das Handtuch geworfen – ich war verzweifelt und stellte alle Bemühungen ein. Meine Freunde bauten mich wieder auf – immer und immer wieder.

In anderer Sache war ich heilfroh auf meine Freunde gehört zu haben und jeglichen Schriftverkehr mit dem Streithahn, aus dem Jahr 2015, eingestellt hatte und keinerlei Reaktion mehr zeigte.

Andererseits kündigte ich nach drei Monaten aus mehreren Gründen den Minijob. Zum einen, machte mir die Arbeit keinen Spaß mehr und andererseits wollte ich mich distanzieren – man bleibt halt nicht dort, wo man versagt hat. Mein Kumpel, der mich dort ins Boot geholt hat, hat ebenfalls zum selben Zeitpunkt gekündigt. Es war also ein perfekter Ausstieg.

Das Projekt mit den Jugendlichen hingegen ist jedes Mal wie eine Woche kombinierter Urlaub und ich konnte etwas entspannen. Ich vergaß was in Berlin passierte, denn dieses Projekt findet immer in Brandenburg an der Havel statt und dafür lies ich mich niemals lumpen dort hin zu fahren. Es ist gutes Geld und somit konnte ich mit meinen Freunden Dinge unternehmen und die Lücke in meinem Herzen mit Zeug zu stopfen.

Es waren die materiellen Dinge, die mich für eine kurze Zeit glücklich machten und am Ende in der Ecke verstaubten – quasi wie in der Kindheit mit Spielzeug.

Gehen wir weiter zum Juli 2017: Mitte Juli schrieb mich mein bester Freund an, weil er eine interessante Dating-App gefunden hatte, die auch gut war – nein, es war nicht Tinder oder Lovoo. Ich erwähne aber nicht den Namen der App, weil die Entwickler bereits eine Art „Pay For Use“-System eingeführt haben. Sie merkten, dass das Konzept von Quizspielen, um das Eis zu brechen, Erfolg hatte und sorgten für die „Unnutzbarkeit“ der App. Deshalb gibt es nur eine simple Beschreibung der App, weil es für den Kontext wichtig ist. Man beantwortet mehrere Fragen.

Wie dem auch sei, lernte ich durch eine Fragerunde, die ich auch gewonnen habe, Maria kennen. Dies war nur zwei Tage später. Ich brauch nicht zu sagen, dass mein Kumpel echt neidisch geworden ist.

Die folgenden Tage darauf waren die wohl schönsten Tage meines Lebens. Wir gingen zu einigen Kunstaustellungen, gingen in Parks und redeten uns die Seele vom Leib. Ich habe in meinem Leben noch nie so viel auf einmal unternommen! Glaubt mir, das ist keinerlei Übertreibung. Mir ging es super.

Die Wochen gingen ins Land und langsam hat sich unsere Beziehung verdichtet; ironischerweise hat sich das während des Projekts mit den Jugendlichen gefestigt, da es noch eine Projektwoche gab und ich sie zum Teilnehmen als Gruppenleiterin überzeugen konnte. Somit waren wir dann seit dem 19.09.2017 ein Paar.

Bis auf eine Dresden-Reise im Dezember passierte nicht mehr viel. Ich weiß aber ganz genau, dass es viele Lieder in dem Jahr auf die Liste geschafft haben.

Zum einen der Song Legendary von Welshly Arms. Ich bin nämlich an Karten für das Stars for Free-Konzert gekommen und sie hat mich auf das Lied eingestimmt, weil sie in dem Jahr dort aufgetreten sind. Dann kommt Immortals von Fall Out Boy, was wir im Duett während vieler Autofahrten gesungen haben. Aşk Gitti Bizden von Tarkan gehört zu einer der emotionaleren Liedern, da es während der schönen Zeit so aussah, dass nichts aus der Sache wird. Das Lied kann ich seit 2012 auswendig singen.

In dieser Zeit schafft es Sia nur in die Kategorie „Honorable Mention“ (auf deutsch: nennenswerte Erwähnung). Nur ihr Song Never Give Up schafft es auf die richtige Liste.

2018 – Gut gestartet, aber fad im Abgang

Das Jahr fing damit an ein Studienplatz für mich zu finden. Das erforderte auch die Suche nach einem Praktikumsplatz, wobei mir Maria sehr ausgiebig geholfen hat. Daraufhin hatte ich schon einige Gespräche, die aber entweder mit einer Absage endeten oder es kam nie wieder eine Antwort. Letzteres wünsche ich übrigens niemandem.

Wir unternahmen dazwischen eine Reise nach Rheinland-Pfalz zu einer Freundin von Maria. Wir fuhren die gesamte Strecke mit meinem Renault Twingo. Wir blieben genau eine Woche dort und es war sehr schön in andere Gebiete Deutschlands zu fahren.

Empfehlung: Ab einer bestimmten Uhrzeit kriegt man in Erfurt keine Thüringer Rostbratwurst mehr!

Trotz der Rückschläge bewarb ich mich danach, obwohl ich nicht mehr daran geglaubt hatte, bei der Agentur Webedia als Video Producer. Genau zwei Wochen später bekam ich dann, ohne es zu erwarten einen Anruf im Auto. Maria war auch dabei und wir konnten es kaum fassen, das ich eingeladen wurde zum Bewerbungsgespräch. Bei meinen Eltern zu Hause stellte sich hingegen alles auf den Kopf weil nach 17 Jahren die Therme ihren Geist aufgegeben hat. Das hieß, dass wir kein warmes Wasser hatten…

Zu dem Zeitpunkt kam nach dem recht milden Winter eine Kälteperiode in Berlin auf. Ohne Heizung war es definitiv eine sehr blöde Situation. Glücklicherweise beeinträchtigte mich das nicht. Ich rockte das Gespräch und die Arbeitsprobe hat wohl überzeugt.

Webedia hat mich eingestellt zum 03.04.2018. Davor passierten aber noch ein paar blöde gesundheitliche Dinge…

Schon mal von pfeifferschem Drüsenfieber gehört? Es wird auf die Studentenkrankheit genannt. Ich habe keine Ahnung, wie ich daran gekommen bin, aber J.D. erklärt euch gerne wie man es noch bekommen kann:

Auf jeden Fall wurde dies erst aus Versehen für eine Mandelentzündung gehalten, weshalb ich Antibiotika bekam. Dann bekam ich dadurch einen Ausschlag am gesamten Körper und musste ins Krankenhaus, wo es dann festgestellt wurde.

Zum Glück passierte das vor dem Arbeitsbeginn! Die Arbeit war super. Die Kollegen wuchsen mir ans Herz und ich ging mit Freude rein und raus. Das Gehalt war auch in Ordnung. Die Monate gingen ins Land. Maria trat eine einmonatige Asienreise an und ich wurde nach Köln zur GamesCom geschickt um für die Berichterstattung der Bühne ,von einer von uns betreuten größeren Firma, zu sorgen.

In der Woche darauf, einen Tag vor meinem Urlaub, wurde ich zu einem Gespräch gebeten. Maria erzählte ich von dem Gespräch, aber ich wusste selbst nicht was passieren würde. Es stellte sich heraus, dass einer der Auftraggeber den Hahn zugedreht hat und meine Stelle gestrichen wurde. Ich kann euch sagen, dass dies die schlimmsten 24 Stunden meines Lebens waren, da Maria erst einen Tag später wieder da war.

Ich holte sie ab und sie erkannte sofort, als sie das Gespräch erwähnte, dass ich arbeitslos bin. Wir traten trotzdem eine geplante einwöchige Türkei-Reise an. Im Hinterkopf blieben die Gedanken daran.

Wieder zurück spitzte sich ein Streit mit meinen Eltern zu. Ich zog im Affekt bei Ihnen aus und zog zeitweilig zu Maria. Ich hielt es einfach nicht mehr aus. Meine Jobsuche blieb leider erfolglos.

Währenddessen produzierte ich mit Maria zusammen einen Kurzfilm für ihr Uni-Projekt dessen Titel Das Leben ist (k)ein Rhythmus trägt. Streng genommen kam der Kurzfilm Anfang 2019 raus, aber ich will ihn bereits hier erwähnen.

Trotz meine Arbeitslosigkeit traten wir beide auch in diesem Jahr eine Dresden-Reise an, weil es schon dazu gehörte (und auch geplant war). Es war eine schöne Zeit und anders als im letzten Jahr.

Durch meine Schwester habe ich River von Bishop Briggs entdeckt. Es passte zu meinem Stil und ich will eigentlich seit dem Jahr ein Musikvideo veröffentlichen, welches ich noch nicht fertig bekommen habe. Ich habe das Footage dazu auf dem Festival of Lights gedreht.

Außerdem habe ich in diesem Jahr Billie Eilish entdeckt mit ihrem Song when the party is over. Das Video ist echt kreativ gemacht worden. Ich mochte diese klare Linie ohne Übertreibung.

Ich muss leider zugeben, dass während der Bewältigungsphase des Verlusts meines Arbeitsplatzes eine große Lücke klafft, was Musik angeht. Ich weiß nur, dass ich in diesem Zeitraum sehr wenig Musik gehört habe.

2019 – Mayday Mayday, the ship is slowly sinking…

…they think I’m crazy but the don’t know the feeling.

They all around me and circling like voltures.

They wanna break me and wash away my colors.

Auszug aus den Lyrics von „My Demons“ von Starset

Wer die Lyrics kennt, kennt auch die Bedeutung der Überschrift und was euch aus meinem Leben erwartet!

Das Jahr begann mit der Jobsuche, den Maria verlor berechtigterweise die Geduld. Durch die Hilfe meiner Freunde gelang es mir ein Bewerbungsgespräch zu bekommen. Diese Zeilen schreiben sich für mich sehr schwer, denn seit 2017 hatte ich mich nicht mehr in diesem Gebiet bewegt. Es war eine Stelle in einem Call-Center. Ich muss dazu auch sagen, dass ich bereits in Zeitarbeit bei einer Zeitarbeitsfirma tätig bin und mir dort die Stelle vermittelt wurde.

Ich bekam die Stelle und mein Ziel war es da wieder so schnell wie möglich weg zu kommen. Einer meiner Freunde, David Brückner, hat mich versucht da raus zu holen mit Empfehlungen und Bewerbungsgesprächen. Leider hab ich den Durchbruch nicht geschafft. Es kam dann im Mai bzw. Juni zur Festanstellung in besagtem Call-Center. Ich habe also das Gegenteil meines Ziels erreicht.

Nun gab es noch das Problem, dass ich noch bei Maria wohnte. Sie wollte natürlich, das ich auf eigenen Beinen stehe. Die Wohnungssuche in Berlin scheiterte, aber in Potsdam war eine Tür ganz offen.

Mein Kumpel Max suchte einen Mitbewohner und ich hatte nichts in der Hand, womit der Umzug nach Potsdam-Eiche besiegelt war!

Mein Zimmer einzurichten ging schnell und ich lebte mich ein. Ich muss aber zu meinem Leibwesen sagen, dass ich am Tag nicht viel davon habe, wenn ich fünf mal in der Woche täglich ca. drei Stunden Weg zur Arbeit zurücklegen muss. Dies schlug sich auf meine Psyche nieder.

Außerdem war die Arbeit genauso belastend für mich. Es macht mir einfach keinen Spaß, meine Motivation schwand und mein Umfeld hat es mitbekommen. Ich gab mich selbst auf. Trotzdem wollte ich einiges beibehalten. Die Treffen mit meinen Freunden hab ich genossen und meine Einweihungsparty war ein Knaller.

Leider kam es zu einem Zwischenfall, der zu einem Kollaps meinerseits führte. Es kam zu einem Missverständnis zwischen Maria und zwei meiner guten Freunde. Dies führte dazu, das ich mich für Maria einsetzte. Andererseits hab ich nichts getan; das heißt, dass ich besagte Freunde nicht darauf angesprochen habe, weil ich nicht wusste damit umzugehen.

Das Vertrauen war nicht mehr da und das wiegt sehr viel! Der Alltag hielt mich auf Trab und die Gedanken an diesen Vorfall verschwanden nicht; sie hielten mich in der Nacht wach und ich träumte davon. Es machte mich kaputt. Ich suchte Rat, aber es gab keine Lösung, da bei mir Vertrauen leicht zu verlieren ist, aber sehr schwer zu gewinnen.

Im normalem Leben hingegen beschäftigte ich mich weiter mit meiner Zukunft, die selbst für mich ungewiss ist. Ich hing in einem Job fest, den ich nicht mag. Es führte dazu, dass ich eine Routine entwickelte für meinen Arbeitsweg. Es lief fast immer gleich ab und das führte dazu, dass ich die fast selben Lieder hörte.

Zum Beispiel hörte ich am Alexanderplatz beim Umsteigen von der RE1 in die U5 einige Lieder. Es varierte zwischen We Could Be The Same von maNga und My Demons von Starset. In dem Fall blieb es immer bei einem sehr schnellem Rhythmus, da ich sehr schnell unterwegs war.

Das Jahresende nähert sich und weiterhin hatte ich nichts in den Händen. Beruflich hatte ich mir vorgenommen bis zum Jahresende einen anderen Job, gar einen Studienplatz zu finden, aber es blieb beim Alten.

Wir verbrachten den Sylvester-Abend bei meinem Kumpel Calver in Berlin, der mit seinen Freunden eine riesige Party geschmissen hat. Bis auf einen Böller, der neben Maria und mir explodierte und Maria’s linkes Ohr traumatisiert hat, passierte nicht viel. Es war eine gute Party, auch wenn der Start ins neue Jahr holprig war.

Inklusive der Songs, die bereits genannt wurde, gab es natürlich noch andere Songs. Interessanterweise ist ein älteres türkisches Lied dabei, welches auch eine längere Zeit in meiner Playlist lief. Es heißt Yar Bana Varmadı von Özlem Tekin. Außerdem waren die Imagine Dragons sehr prominent vertreten mit Songs wie Believer, Natural, I Don’t Know Why, Radioactive, Gold und Warriors. Hier nur ein paar Lieder aus der Auswahl.

My Demons von Starset benötigt noch eine spezielle Nennung, weil der Song mich maßgeblich in diesem Jahr prägte. Es beschreibt meine Lage perfekt und ich fühlte mich wohl wenn ich diesen Song höre. Egal wo, egal wann.

To be continued in a jiffy…

Es hat ein wenig gedauert, aber ich fand wieder Zeit zum Schreiben und Reflektieren. Es ging viel schief in dieser Zeit, aber auch viel Gutes ist geschehen. Ich muss sagen, dass ohne Maria vieles anders gelaufen wäre.

Deshalb sage ich „Danke!“.

Wie sich herausgestellt hat, kommt mein Resumé für 2020 erst Anfang 2021 also seid gespannt.

Eine Sache hat sich ja bereits in Es führt zu nichts… gezeigt und mehr wird kommen und das ist sicher!

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